Überlange Dienstzeiten bei Spitalsärzten gefährden die Notarztversorgung. Die steirische Bevölkerung darf nicht durch mögliche politische Fehlentscheidungen im Land ohne notärztliche Versorgung dastehen. Die IGNÄ will hier nicht tatenlos zusehen und fordert daher einen Notarztgipfel bei Landeshauptmann Voves. Die Zeit drängt, Präsident Lindner hat die Forderung nach einer Lösung (großer steirischer Notarztgipfel) an LH Voves herangetragen. Die zentrale Verantwortung in der Lösung der Problematik kann der Landeshauptmann nicht von sich weisen.

Stärkung des Hausarztprinzips als zentrales Anliegen der IGNÄ: Dazu ist es primär notwendig die Ärzte auch dort auszubilden, wo Medizin stattfinden soll, nämlich wohnortnahe, beim Hausarzt. Daher bedarf es einerseits einer Stärkung des Hausarztes als Familienmediziner und andererseits die Etablierung eines verpflichtend zu absolvierenden und gerecht bezahlten Lehrpraxismodelles für alle Ärzte in Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin.

Vieles kann bereits beim Hausarzt „abgefangen werden“ und in die richtigen Bahnen (Behandlungspfade) gelenkt werden, ohne, dass die meist teureren, und unterfinanzierten Spitalsstrukturen in Anspruch genommen werden müssen. Um die Spitalsambulanzen und in weiterer Folge auch stationären Einrichtungen, landläufig als Spitäler bezeichnet, weiter zu entlasten, ist es unerläßlich, interdisziplinär aufgebaute und von Ärzten betriebene Ärztezentren zur wohnortnahen, integrierten Versorgung auch an Tagesrandzeiten und Wochenenden/Feiertagen zu errichten;

Ohne, dass die freie Arztwahl aufgegeben werden muss, ist dennoch die Einführung eines verbindlichen Patientenpfades mit Überweisungsystem vom Hausarzt zum Ärztezentrum/Facharzt und in weiterer Folge in die Ambulanz Ambulanz in Verbindung mit einer sozial gestaffelten Ambulanzgebühr als Korrektiv zweckmäßig, um die sogenannten Selbstzuweisungen deutlich zu minimieren. Das widerspricht nicht dem Prinzip des mündigen Bürgers; Wer dennoch meint, er müsse z.B. wegen Kopfweh zum Kieferorthopäden, dem sei es als Wahlarztpatient unbenommen, dafür aber ist da auch der Selbstbehalt in der Rückverrechung bereits includiert. Generell ist an dieser Stelle die Frage aufzuwerfen, warum es nicht auch bei den Gebietskrankenkassenversicherten nicht auch einen Selbstbehalt gibt. Ähnlich wie bei der SVA sollte hier ein Bonussystem Platz greifen, welches den Selbstbehalt deutlich reduziert, wenn Gesundheitsziele, welche gemeinsam mit dem Hausarzt zum Beispiel im Rahmen von regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen vereinbart werden eingehalten werden. Ebenso kann beim Einhalten des Behandlungspfades und somit der Vermeidung von Konsultation teurerer Strukturen wie z.B. Ambulatorien, Ambulanzen eine Reduktion des Selbstbehaltes angedacht werden. Was unser Gesundheitswesen aber dringend benötigt ist das Entwickeln moderner Leistungskataloge, welche die Ärzte nicht mehr dazu zwingen möglichst viel Patienten pro Zeiteinheit zu sehen, sondern eine Stärkung der gemeinhin auch als sprechenden Medizin bekannten Zuwendung beinhaltet, denn eine alte Weisheit ins der Ärzteschaft besagt, dass vieles bereits durch eine ausführliche Anamnese erkannt werden kann.

Gemeindefusion als Hausapothekenkiller: Die Zusammenlegung von Gemeinden findet nicht nur bei vielen Bürgermeistern und Bewohnern keine Zustimmung, auch innerhalb der niedergelassenen Ärzteschaft beginnt es zu kochen. Der Grund liegt in der sich damit auch ändernden Hausapothekentopographie.

Die IG Niedergelassene Ärzte kümmert sich bereits um dieses Problem und erarbeitet einen Kataster der möglicherweise betroffenen Ordinationen mit Hausapotheken. Parallel dazu haben wir durch unseren Hausapothekenreferenten, Koll R. Bleich, bereits kurzfristig einen Termin bei Präsident Lindner bekommen, um Unterstützung von höchster Stelle zu bekommen, wenn es darum geht, die Auswirkungen der Gemeindezusammenlegungen abzufedern.

Auch in die Kurie der Niedergelassenen Ärzte wird dieses Thema durch unseren Obmann, Christoph Schweighofer aktiv eingebracht, sodass sich die Kammer nun breit mit dem Thema beschäftigt hat. Mittlerweile haben wir sogar auf Bundesebene einen Erfolg verbuchen und somit steirische Hausapotheken retten können.

Zuerst war das Postamt weg, dann der Gendarmerieposten und nun folgt die Hausapotheke.

Die IGNÄ sagt NEIN zu dieser Ausdünnung des ländlichen Raumes. Der Hausarzt muss als Familienmediziner aufgewertet werden. Das Dispensierrecht für alle ist kein ausreichender Ersatz für den Wegfall der Hausapotheke als ärztlich-pharmakologischer Nahversorger im ländlichen Raum.