Das Gesundheitszentrum PVE in Mariazell als Sündenfall der Gesundheitspolitik

In Mariazell findet demnächst jener Tabubruch statt, vor welchem wir schon lange warnen! Nämlich die Installierung des Gesundheitszentrums Mariazell als Prototyp für ein neues, öffentlich finanziertes Parallelsystem, ausserhalb der regulären niedergelassenen Versorgungsstrukturen, in direkter Konkurrenz zu den ansässigen Allgemeinmedizinern!

Die Befürchtungen, welche wir in den Bezirksärzteversammlungen im Frühjahr geäußert haben könnten nun Realität werden .Wie aus der Zeitung zu entnehmen war werden bis  zu 100 (!) solcher sogenannter Primärversorgungseinheiten (PVE) in der ganzen Steiermark entstehen. Je eines für 18000 Patienten bei 3 Ärzten im PVE.

Derzeit wird mit den regionalen Bedürfnissen und Besonderheiten argumentiert, obwohl eine Vollversorgung mit  Allgemeinmedizinern in Mariazell gegeben ist.   Argumentiert wird auch mit einer Spitalsentlastung, was aber voraussetzen würde, dass es in Mariazell auch ein Spital geben würde, was aber nur mehr am Papier existiert.

Wir befürworten die Umsetzung innovativer Versorgungsmodelle auf Basis bestehender Strukturen, jedoch darf es keine Verlagerung vorhandener Leistungsangebote von uns niedergelassenen Ärzten in diese PVE´s geben. Dort sollen mit ganztägigen Öffnungszeiten und Zusatzangeboten (Sonographie, Röntgen, Akupunktur, Psychotherapeutische Medizin, Akut-Labordiagnostik,…) von unseren Kollegen bestens versorgte PatientInnen in diese ambulanz ähnliche Struktur umgeleitet werden. Das entspricht in unserem Verständnis einem unverhohlenem Angriff auf die regionalen, freiberuflich tätigen Ärztinnen und Ärzte.

Diese PVE Einheiten werden außerhalb des Gesamtvertrages finanziert und es werden Leistungen angeboten, welche Kassenärzte nicht verrechnen dürfen; Viele rechtliche Details dieser am Reissbrett der Gesundheitspolitik entworfenen PVE Konstruktion sind noch unklar, eine Bedarfsprüfung für diese Parallelstruktur soll damit geschickt umgangen werden!  

Die IGNÄ steht für moderne Zusammenarbeitsformen und ist für eine moderne Primärversorgung, aber ohne Tricksereien unter offensichtlicher Umgehung und Ausschaltung von bestehenden Strukturen und Benachteiligung von niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen durch schnelle, kurzsichtige und politisch motivierte Lösungsansätze! Wir haben bereits 2004 einen ehrlichen und richtungsweisenden Vorschlag zur ärztlichen Primärversorgung in Form von Ärztezentren öffentlich eingebracht. Dieser Vorschlag gehört unter Einbeziehung der anderen Gesundheitsberufe endlich umgesetzt, zum Wohle der steirischen Patienten. Daher sagen wir:

 

JA zu einer modernen Primärversorgung, NEIN zum offensichtlichen Angriff auf den freiberuflichen, niedergelassen Ärztestand!

 

JA zu moderner Primärversorgung, NEIN zur offensichtlichen Aushebelung des Gesamtvertrags!

JA zu moderner Primärversorgung, NEIN zur offensichtlich geplanten Staatsmedizin!

IGNÄ steht für die Interessen aller niedergelassen Ärzte ein! – Unterstützen SIE uns dabei! – Hier geht´s zum Beitrittsformular: ==> www.igpraxis.at Beitrittsformular

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