Große Ereignisse werfen bekanntlich ihre Schatten voraus. Das Umsetzen der EU Arbeitszeitrichtline in Österreichs Spitälern kam für dieses LAND mit einer Vorwarnzeit von fast 12 Jahren nun doch ziemlich plötzlich und hat zur Folge, dass die Spitalsärzte im Wesentlichen um fast ein Drittel ihrer bisherigen Arbeitszeit weniger im Spital anwesend sind. Das bedeutet in weiterer Folge, dass die Leistungsdichte für den einzelnen Spitalsarzt deutlich zunimmt, was die bereits vor Umsetzung der Eu-Arbeitszeitrichtline am Limit arbeitenden Spitalskollegen und letztlich deren Arbeitgeber weit über die Versorgunsgrenzen hinaus belastet.DSC_0065 Das heißt nichts anderes, als dass die Spitäler Leistungen auslagern werden müssen oder sogar Abteilungen sperren müssen. Im Extremfall wird wohl oder übel sogar da oder dort die Standortfrage gestellt werden.

Für uns Niedergelassene Ärzte sind das unter den gegeben Rahmenbedingungen und vor dem Hintergrund der geplanten Gesundheitsreform mit Einführung von PHC Strukturen (Primary Health Care) sehr bedrohliche Entwicklungen, da mit der nun fast schon explosionsartigen Auslagerung von Leistungen in den extramuralen Raum eine Patientenlawine auf uns zukommt, die in der Form nicht bewältigbar sein wird und vor allem unter den bisherigen Finanzierungsbedingungen (vulgo Kassenvertrag) dazu führt, dass Limite, Deckelungen und Degressionen voll schlagend werden. Was das bedeutet, kann sich jeder selbst ausmalen.

Seitens der Kassen ist kein Signal gekommen, sich auf die kommende Systemumstellung einzustellen. Hier wird weiter an der fast schon an Sowietzeiten erinnernden Gesundheitsreform mit Implementierung von PHC´s gearbeitet.

Die Krankenkassen, wie auch die Spitalsbetreiber sind gefordert, sich dem drohenden Versorgungsproblem zu stellen und gemeinsam mit der Ärztekammer Lösungen zu erarbeiten. Die IGNÄ hat ihre Hausaufgaben gemacht und hat Antworten auf die Systemumstellung. Mehr dazu in den kommenden Wochen.