Das Land Steiermark und die Österreichische Gesundheitskasse, ÖGK, wollen bei der akuten Stellenproblematik GYN/Geb der Realität nicht so wirklich ins Auge schauen und setzen lieber auf staatliche Strukturen in Form von Primärversorgungsstrukturen. Dass bei den kassenärztlichen Stellen andere Phänomene, welche tief in die biopsychoszialen wie auch soziokulturellen Strukturen der postmodernen Gesellschaft hineinreichen, eine Rolle Spielen wird geflissentlich negiert. Es ist evident, dass immer weniger Frauen zur kassenärztlichen Behandlung kommen und somit die Kassenstellen dadurch frequenzmässig ausgehungert werden. Mitunter auch dadurch bedingt wechseln immer mehr Frauenärztinnen und -ärzte in den Wahlarztbereich, Kassenstellen bleiben vaccant. Es ist ein strukturelles Problem, dem man nicht mit staatlichen Versorgungsstrukturen entgegen wirken kann, es bedarf einer grundlegenden Reform des Honorierungssystemes im Bereich der Frauenärzte, um die Kassenstellen wieder attraktiver werden zu lassen. Die Frauen zeigen es klar vor: Zeit ist ein wesentlicher Faktor, und den gibt es beim Wahlarzt. Im übrigen ist gerade der in den Medien publik gemachte Bezirk Murtal keinesfalls medizinische Unterversorgt. Die Politik muss auch zur Kenntnis nehmen, dass Wahlärzte einen beachtlichen Teil der Versorgung der PatientInnen übernehmen.