Beiträge

Wie bereits die Kleine Zeitung vom 23.Juni 17 berichtet, sind viele Steirer in wichtige Funktionen der ÖÄK aufgerückt. Allen voran konnten wir durch geschickt geführte Verhandlungen unseren Präsidenten Dr Herwig Lindner (IGAÄ) als 1. Vizepräsidenten der ÖÄK positionieren. Seine Wahl, wie auch die Wahl des Präsidenten Prof Dr Thomas Szekeres war übrigens einstimmig., Ein starkes Zeichen also. VP und KO Dr Norbert Meindl von der Aktion freier Arzt wurde einstimmig zum stellvertretenden Kurienobmann der Kurie NGL Ärzte gewählt, wie auch Charly Kornhäusl von der IGAÄ/IGNÄ bei den Angstellten Ärzten. Alexander Moussa, Obmann der IGNÄ und kassenärztlicher Referent der steirischen Kammer ist designierter stv. Sektionsobmann Allgemeinmedizin, Referent für Lehrpraxis und auch im Patientensteuerungsreferat Co Referent geworden. Das Kammer Urgestein Dietmar Bayer (IGNÄ) wurde in mehrere Referate der ÖÄK gewählt, unter anderem auch als ÖÄK Telemedizin-Referent und e-Health Koordinator in den Ordinationen der Bundeskurie NGL Ärzte. Last but not least, KO und VP der steirischen Kammer, Dr. Eiko Meister von der Aktion freier Arzt wurde Vorsitzender des Bildungsausschusses. Somit besetzen wir Steirer wichtige Schluesselfunktionen in der Österreichischen Ärztekammer. Die Kammern sind nun konstituiert, nun geht es rasch an die Arbeit, der Themendruck ist enorm. Wir haben in der ÖÄK auch massgeblich an der gestern am Kammertag einstimmig verabschiedeten Resolution zum PHC Gesetz mitgearbeitet. Davon mehr unter: www.aerztekammer.at

Die Gesundheitsministerin, Dr Oberhauser (im Zivilberuf selbst Ärztin)  kündigte an, binnen zwei Wochen den Entwurf für das Primary Health Care Gesetz auf den Tisch legen zu wollen. Was bis jetzt durchsickerte sind keine Verbesserungen, sondern der knallharte Versuch, die  Gesundheitsversorgung vollends in staatliche Hand zu bringen. In sogenannten Primary Health Care (PHC)  Strukturen sollen viele Gesundheitsprofessionen, mitunter auch Ärzte unter einem Dach residieren und den Patienten versorgen. Ob und wie der Patient dann aber zum Arzt kommt ist genauso unklar wie die Frage der Letztverantwortung und Haftung. Es bleibt zu befürchten, dass die Patienten Leistungskürzungen hinnehmen müssen und dass bisher ärztliche Leistungen niederschwelliger Erbracht werden. Der Bundeskurienobmann der Niedergelassenen Ärzte schreibt dazu in seinem BLOG: “PHC ohne medizinische und wirtschaftliche Letztverantwortung von Ärzten darf es ebensowenig geben wie ein Ende des Gesamtvertrages.” Eine bittere Pille, die da die Gesundheitsministerin den Patienten als Zäpfchen verabreichen will. Alles natürlich unter dem Mantel der Verbesserung der Versorgung. Wir befürchten, dass damit ein rigider Frontalangriff eingeleitet wird, der zum Ziel hat, ein staatliches Versorgungsgleichschaltungssystem mit eng begrenztem Leistungskatalog zur Folge hat. Wir haben in der Steiermark bereits medizinische Verbünde geschaffen, genannt styriamed.net, in denen Spitäler und niedergelassenen Ärzte (Hausärzte und Fachärzte), aber auch andere Gesundheitsprofessionen zum Wohle des Patienten kooperieren und eine auf die Bedürfnisse abgestufte, maßgeschneiderte, menschliche, medizinische Versorgung anbieten. Das kommende PHC Gesetz ist ein Gesetz zur Stärkung der Staatsmacht und zur Schwächung der Patientenrechte. Den Zentren ein enges Leistungskorsett zu verordnen, wie es das Gesetz vorsieht, bedeutet den Abschied von einer menschlichen, maßgeschneiderten medizinischen Versorgung.